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19. April 2016 : Ein Physiker der ersten Stunde

Fachbereich Physik trauert um Prof. Dr. Kapphan

Der Fachbereich Physik der Universität Osnabrück trauert um Herrn Professor Dr. Siegmar Kapphan, der von 1974 bis zu seinem Ausscheiden 2005 die Forschungsgruppe „Laserspektroskopie“ geleitet hat. Er verstarb für uns alle völlig unerwartet am 5. April 2016 im Alter von 76 Jahren.

 

Siegmar Kapphan wurde 1940 in Frankfurt/Main geboren. Er studierte 1959 – 1966 Physik an den Universitäten Tübingen und Stuttgart. In seiner Promotion 1970 an der University of Utah, USA beschäftigte er sich mit Silberstörstellen in Alkalihalogeniden. Von 1972 bis 1973 war er als Visiting Professor an der Universität Sao Paulo, Brasilien tätig. Im Jahr 1974 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Experimentalphysik an der neugegründeten Universität Osnabrück.

 

 Siegmar Kapphan war also ein Dozent der ersten Stunde und hat sich um den Aufbau und die Entwicklung des Fachbereichs in besonderer Weise verdient gemacht. Er hat die Forschungsgruppe „Laserspektroskopie“ gegründet und geleitet, die zum Ziel hatte, Eigenschaften von Festkörpern im Allgemeinen und Eigenschaften von Störstellen in Isolatorkristallen im Speziellen zu studieren. Siegmar Kapphan war an allen Großprojekten maßgeblich beteiligt, die zu seiner Zeit am Fachbereich durchgeführt wurden. Dazu gehören vor allem der Sonderforschungsbereich 225 „Oxidische Kristalle für elektro- und magnetooptische Anwendungen“ sowie die Graduiertenkollegs 15 „Mikrostruktur oxidischer Kristalle“ und 695 „Nichtlinearitäten optischer Materialien“.

 

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen haben auch international Beachtung gefunden und zu Kooperationen mit Forschungsgruppen auf der ganzen Welt sowie zahlreichen gemeinsamen Publikationen geführt. Diplomanden und Doktoranden der Gruppe haben es sehr geschätzt, frühzeitig in die aktuelle Forschung einbezogen zu werden.

 

Neben der wissenschaftlichen Arbeit hat sich Siegmar Kapphan auch stark in der Selbstverwaltung engagiert. Von 1975 bis 1977 gehörte er dem akademischen Senat der Universität an und insgesamt 6 Jahre war er als Dekan bzw. Fachbereichsvorsitzender tätig. Hoch geschätzt waren auch sein Einsatz und organisatorisches Talent  bei Weihnachtsfeiern und bei Wanderungen des Fachbereichs. Wir werden ihn nicht vergessen.

 

E. Krätzig, M. Neumann